Ist das Kunst oder nur Deko?

Beitrag in FAZ von Katharina Pfannkuch
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© Julian Abrams
Für eine Galerie ganz schön wohnlich
© Foto Gericke und Paffrath

Gemälde, Skulpturen, Fotografien – nicht mehr nur Reiche richten sich mit Kunst ein. Doch wie schafft man es, dass Kunst zwar zur Einrichtung passt, aber nicht nicht zum Beiwerk verkommt?

„Auch für uns ist das noch ungewohnt“, räumt Claudia Gericke ein und sieht sich um. Gemeinsam mit Ariane Schneider-Paffrath leitet sie seit 2016 die Galerie Gericke + Paffrath in Düsseldorf und empfängt dort bis Ende Juni nicht nur mit Kunst an der Wand, sondern auch mit Teppichen auf dem Boden und Sesseln vor Gemälden. Mit Hilfe der Innenarchitektin Kathrin Schmack entstand um jedes der Werke herum ein kleines Wohnambiente. Die Ausstellung „Places of Art“ solle die Phantasie der Kunden anregen, erklärt Schneider-Paffrath: „Den Betrachtern fehlt oft die Erfahrung, um sich vorstellen zu können, wie ein Werk bei ihnen zu Hause aussehen würde. Dabei soll diese Symbiose aus Kunst und Innenarchitektur helfen.“

Für Kathrin Schmack ist das Projekt eine spannende Gratwanderung: „Die Galerie sollte auf keinen Fall wie ein Einrichtungshaus oder wie ein Showroom aussehen.“ Sie leitet Kundenfragen nach Kunst oft an die Galerie Gericke + Paffrath weiter, die Galeristinnen wiederum verweisen Interessenten an Möbeln aus der Ausstellung an die Innenarchitektin. Das Interesse an Kunst für die eigenen vier Wände wachse, so die gemeinsame Erfahrung, die Zeit der Kunstdrucke sei für viele vorbei. „Gerade junge Kunden haben einen offenen, aber auch kritischen Blick“, hat Gericke beobachtet.

Places of Art
Bis 28. Juni 2019
Galerie Gericke + Paffrath, Bilker Str. 3, 40213 Düsseldorf
Dienstag bis Freitag 11–18 Uhr
Samstag 11–16 Uhr

www.faz.net
www.gerickepaffrath.com

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